12.08.10
11:45
wird ein anstrengender Tag heute??
In der Nacht hat es geregnet und an mehreren Stellen in die Hütte getropft. Hab das Wasser mit Gefäßen aufgefangen.
Das Wetter ist mies.
Der Himmel ist bedeckt, alles Naß, das Gras... die Füße, sieht nach regen aus, der Wetterbericht sagt nein. Daher brenne ich heute, die kommenden Tagen soll es nur regnen.
15°C 95% Luftfeuchtigkeit. Habe einen dicken Schädel, vielleicht platzt er gleich. Hoffentlich nicht über dem Ofen.
Mit den zwei Bränden immer noch ungebranntes übrig. Wird noch ein halber Ofen...
Jetzt gehts bis 20:00 immer hinhören alle 20 min Temperatur, Gasdruck, Flaschenfüllung und Brenngut kontrolieren, Gas weiter aufdrehen, so daß die Temperatur wie geplant steigt. Eventuell Gasdruck durch erhitzen der Flasche in einem Einkochtopf mit heißem Wasser. Der Gasdruck erhöht sich dabei, da durch den Gasaustritt die Flasche abkühlt, sogar bis unter Null Grad. Eventuell Falsche oder Brenner wechseln. Ja alles manuell!!
In der Nacht hatte ich den Ofen gut abgedeckt und den Überbau auf drei Seiten verhangen. Alles ist trocken geblieben. Wenn es heute während des Brandes regnen sollte wirds lustig, dann muß ich schnell Vordächer an den Überbau dranbauen und die Seiten verhängen, was nicht einfach ist da die Planen aus Plastik sind und aus dem Ofen bis zu 1000°C heiße Luft austritt.
12:20 - 85°C
Die Luft steht 95% Luftfeuchtigkeit 21°C.
Ich habe gerade die Flasche am Dachpappenbrenner gewechselt. eine fast leere gegen eine ganz volle. Der hat auch eine Druckarmatur. Der Brenner, ein Lötbrenner der gerade den Ofen beheizt wird nicht so heiß, ist aber dafür in den niedrigen Temperaturen sehr fein zu regeln. bei max 300°C schafft er es nichtmehr weiter und muß dann gegen den Dachpappenbrenner ausgetauscht werden. Das passiert dann in etwa 1,5 Stunden.
Man sollte maximal 100°C pro Stunde die Temperatur steigern. Da ich Raku-ton mit wenig Schwund verwende kann ich auf 150°C/Std gehen ohne Schaden zu befürchten.
12:40 ein paar Sonnenstrahlen haben einen Weg durch die dichte graue Decke gefunden, kein Lüftchen regt sich.
Heute morgen sah ich mir ausführlich Wetterberichte, Satellitenfotos und Regenradar auf dem Netbook an. Im Cafe dann nochmal auf dem Handy, denn ich wollte das Brennen lieber verschieben. Ist nix zu machen die Aussichten sehen, außer heute, ehre naß aus für die nächste Zeit. Da mein Arbeitsplatz (außer dem Glasurlabor) sich im Freien befindet ist das für mich sehr wichtig zu wissen wie das Wetter für den Tag wird.
15:30 -- 545°C
habe gerade mit Anita über skype telefoniert, sie ist auf Bali.
16:51 788°C die Sonne scheint. um 18:30 bin ich wohl über 900°C dann pack ich ein und fahr nach hause.
18:00 970°C
ich ziehe Planen um den Ofen der langsam abkühlt so daß morgen früh ca 10 uhr immer noch 100°C im innern herrschen.
nun nach Hause, bin sehr müde.
Donnerstag, 12. August 2010
Mittwoch, 16. Juni 2010
2010 der Ateliersommer beginnen
Der Raku-Ton aus England ist eingetroffen, auf den ich 2 Jahre gewartet habe!!!
Nächste Woche hole ich auch noch eine Drehmaschine mit Fußantrieb. Wenn das Wetter drocken,warm und sonnig bleibt und meine Geistig-Körberliche Verfassung es zuläßt, wird dies ein produktives Jahr.
Am Jahresende zeige ich meine Arbeiten, wenn klapt in Düsseldorf.
Samstag, 22. August 2009
Was in den ersten Augustwochen geschah
Montag, 3. August 2009
Freitag, 17. Juli 2009
Freitag, 10. Juli 2009
Raku
Raku Keramik
Ich bin den Sommer über meist in meinem Garten in Köln.
Hier gibt es Wasser vom Dach und etwas Strom aus einer Solaranlage.
Es ist relativ ruhig, außer an Wochenenden, an denen diejenigen ihren Garten besuchen, die sich zuerst einen Motorrasenmäher im Baumarkt zugelegt haben und sich dann einen Garten dafür. Hier ist mein kleines Refugium und Sommeratelier. Es gibt eine Hütte zum schlafen eine kleine Küche, die ich mit einigen Kleinsttieren teile, ein Lagerschuppen, ein lichterfüllter Anbau (das Labor) in dem ich meine Glasuren herstelle, die Scherben bemale und end-trockne und nicht zu vergessen ein überdachter selbstgebauter Keramikbrennofen.
Der feuchteste und kühlste Raum ist die Küche. Ich benutze sie als Trockenraum 1 für Gefäße und Figuren, an denen ich arbeite. Das "Schlafzimmer" ist wärmer und trockener (Trockenraum 2) und das Labor mit dem transparenten Dach ist durch die Sonneneinstrahlung heiß und trocken (Trockenraum 3).
Die Seelenwerkstatt
Raku ist eine weiche japanische Fayence und wird bei 750°C - 1000°C gebrannt. Die Gefäße fühlen sich an als seien sie aus Leder, lebendig, porös, weich, veränderlich; ganz anders als das harte Porzellan oder Steingut. Da die Rakuware sehr viele Risse und innere Brüche in sich birgt, die durch die Glasur nach außen sichtbar werden, klingt es eher dumpf wenn man es anschlägt. Man muß die Rakuware anfassen, damit sie sich einem erschließt und über Auge, Ohr und taktilen Sinn in uns eindringen kann, wie wir gleichzeitig in sie.
Raku ist eine keramische Technik in Japan ein Lebensweg, der für die Herstellung von Teegeschirr für die japanische Teezeremonie (Zen) von einem koreanischen Keramiker entwickelt wurde.
Durch das Buch "A Potter's Book" deutsch: "Das Töpferbuch" von Bernard Leach gelangte Raku nach Amerika und hat sich durch einen Lesefehler von Paul Soldner zum heutigen westlichen Raku entwickelt.
Raku ist mehr eine Meditationstechnik als eine Vorgehensweise zum Herstellen von Geschirr.
Die Ergebnisse dürfen nicht in den Geschirrspüler (meiner ist eh kaputt), sind meist undicht und werden im regulierten Europa nicht als Gebrauchsgeschirr verwendet. In Japan schon, wo es als schön gilt, wenn der Tee aus der Tasse sickert, was den Teegenuß jedesmal einzigartig macht.
Der Brennvorgang
Die geschrühte Rakuware (erstmalig bei etwa 850°C gebrannte Ware) wird mit Glasur versehen und im Ofen mit 750°C -1000°C gebrannt. Im glühenden Zustand werden die Scherben mit einer Zange aus dem Ofen genommen und in einen Behälter gelegt, der mit brennbarem Material gefüllt ist.
Dafür verwende ich Hobelspäne (Kleintierstreu), Papier, Blätter oder Heu. Das brennbare Material entzündet sich, der Behälter wird mit einem Deckel luftdicht verschlossen. Dem Brennvorgang mangelt es an Sauerstoff, den er sich aus dem Ton und der Glasur holt. Der Ton lagert den Kohlenstoff ein und wird schwarz. Die Metallverbindungen in der Glasur werden reduziert (im Gegensatz zur Oxidation). Dadurch ändern sich die Farben von z. B. türkis nach rot oder das Kupferkarbonat wird zu metallischem Kupfer. Da diese Vorgänge nur bedingt zu kontrollieren sind, ist das Ergebnis vielmehr ein Geburtsvorgang als ein Herstellen ..
Der ganze Prozess verlang vom Keramiker äußerste Aufmerksamkeit und Präsenz. Er verschmilzt mit dem Prozess durch alchemisches Feuer.
Chaos Anarchie Alchemie Transformation
Ich bringe mir alles selbst bei, lese, experimentiere, lasse durch mich hindurchgehen, gehe alles mit äußerster Präzision und Konzentration an, während ich gleichzeitig alles geschehen lasse. Ich bin nur der Beobachter. Wenn das Gefäß in sich zusammenfällt, lasse ich es geschehen und die Spuren des Aufhaltens bestehen, brennen, glasieren. Erst wenn die Prozesse abgeschlossen sind, nach der Reinigung von Asche, Schlacke, Kohlenstoff, besehe ich die Arbeit und kann Verhältnisse zu ihr bilden, aber letztendlich ist sie was sie ist. Ich kann sie verstehen lernen oder sein lassen.
Ich bin den Sommer über meist in meinem Garten in Köln.
Hier gibt es Wasser vom Dach und etwas Strom aus einer Solaranlage.
Es ist relativ ruhig, außer an Wochenenden, an denen diejenigen ihren Garten besuchen, die sich zuerst einen Motorrasenmäher im Baumarkt zugelegt haben und sich dann einen Garten dafür. Hier ist mein kleines Refugium und Sommeratelier. Es gibt eine Hütte zum schlafen eine kleine Küche, die ich mit einigen Kleinsttieren teile, ein Lagerschuppen, ein lichterfüllter Anbau (das Labor) in dem ich meine Glasuren herstelle, die Scherben bemale und end-trockne und nicht zu vergessen ein überdachter selbstgebauter Keramikbrennofen.
Der feuchteste und kühlste Raum ist die Küche. Ich benutze sie als Trockenraum 1 für Gefäße und Figuren, an denen ich arbeite. Das "Schlafzimmer" ist wärmer und trockener (Trockenraum 2) und das Labor mit dem transparenten Dach ist durch die Sonneneinstrahlung heiß und trocken (Trockenraum 3).
Die Seelenwerkstatt
Raku ist eine weiche japanische Fayence und wird bei 750°C - 1000°C gebrannt. Die Gefäße fühlen sich an als seien sie aus Leder, lebendig, porös, weich, veränderlich; ganz anders als das harte Porzellan oder Steingut. Da die Rakuware sehr viele Risse und innere Brüche in sich birgt, die durch die Glasur nach außen sichtbar werden, klingt es eher dumpf wenn man es anschlägt. Man muß die Rakuware anfassen, damit sie sich einem erschließt und über Auge, Ohr und taktilen Sinn in uns eindringen kann, wie wir gleichzeitig in sie.
Raku ist eine keramische Technik in Japan ein Lebensweg, der für die Herstellung von Teegeschirr für die japanische Teezeremonie (Zen) von einem koreanischen Keramiker entwickelt wurde.
Durch das Buch "A Potter's Book" deutsch: "Das Töpferbuch" von Bernard Leach gelangte Raku nach Amerika und hat sich durch einen Lesefehler von Paul Soldner zum heutigen westlichen Raku entwickelt.
Raku ist mehr eine Meditationstechnik als eine Vorgehensweise zum Herstellen von Geschirr.
Die Ergebnisse dürfen nicht in den Geschirrspüler (meiner ist eh kaputt), sind meist undicht und werden im regulierten Europa nicht als Gebrauchsgeschirr verwendet. In Japan schon, wo es als schön gilt, wenn der Tee aus der Tasse sickert, was den Teegenuß jedesmal einzigartig macht.
Der Brennvorgang
Die geschrühte Rakuware (erstmalig bei etwa 850°C gebrannte Ware) wird mit Glasur versehen und im Ofen mit 750°C -1000°C gebrannt. Im glühenden Zustand werden die Scherben mit einer Zange aus dem Ofen genommen und in einen Behälter gelegt, der mit brennbarem Material gefüllt ist.
Dafür verwende ich Hobelspäne (Kleintierstreu), Papier, Blätter oder Heu. Das brennbare Material entzündet sich, der Behälter wird mit einem Deckel luftdicht verschlossen. Dem Brennvorgang mangelt es an Sauerstoff, den er sich aus dem Ton und der Glasur holt. Der Ton lagert den Kohlenstoff ein und wird schwarz. Die Metallverbindungen in der Glasur werden reduziert (im Gegensatz zur Oxidation). Dadurch ändern sich die Farben von z. B. türkis nach rot oder das Kupferkarbonat wird zu metallischem Kupfer. Da diese Vorgänge nur bedingt zu kontrollieren sind, ist das Ergebnis vielmehr ein Geburtsvorgang als ein Herstellen ..
Der ganze Prozess verlang vom Keramiker äußerste Aufmerksamkeit und Präsenz. Er verschmilzt mit dem Prozess durch alchemisches Feuer.
Chaos Anarchie Alchemie Transformation
Ich bringe mir alles selbst bei, lese, experimentiere, lasse durch mich hindurchgehen, gehe alles mit äußerster Präzision und Konzentration an, während ich gleichzeitig alles geschehen lasse. Ich bin nur der Beobachter. Wenn das Gefäß in sich zusammenfällt, lasse ich es geschehen und die Spuren des Aufhaltens bestehen, brennen, glasieren. Erst wenn die Prozesse abgeschlossen sind, nach der Reinigung von Asche, Schlacke, Kohlenstoff, besehe ich die Arbeit und kann Verhältnisse zu ihr bilden, aber letztendlich ist sie was sie ist. Ich kann sie verstehen lernen oder sein lassen.
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